Menschen mit Herzschwäche kann geholfen werden

Die chronische Herzschwäche ist eine sehr schwere Erkrankung, die nicht nur die Lebenserwartung verkürzt, sondern auch schwere Beeinträchtigungen der Lebensqualität mit sich bringt. In den letzten zwanzig Jahren wurden bei der Behandlung der chronischen Herzschwäche große Fortschritte gemacht. Einerseits wurden die Voraussetzungen für eine Herztransplantation deutlich verbessert, andererseits steht nun eine ganze Reihe an Medikamenten zur Verbesserung der Herzfunktion zur Verfügung, damit eine Transplantation gar nicht notwendig wird. Hoffnung verspricht auch ein neues Medikament, das zur Überbrückung der Zeit bis zu einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden kann.

Die chronische Herzschwäche
bedeutet mitunter eine massive Einschränkung der Lebensqualität und der Lebenserwartung und verursacht daher enorme Kosten. Pro Jahr werden etwa in den USA für die Behandlung und die Folgen der Herzinsuffizienz etwa 28 Milliarden Dollar ausgegeben, der größte Teil davon entfällt auf Krankenhauskosten. Zwischen 1979 und 2002 stiegen in den USA die durch Herzinsuffizienz verursachten Spitalsaufenthalte um mehr als das Doppelte von 377.000 auf 970.000 Fälle an.

Die Ursachen für die Verschlechterung der Herzfunktion und die Entwicklung einer chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sind vielfältig. Nicht immer wird die Ursache gefunden, warum das Herz nicht mehr so leistungsfähig ist, wie es einmal war. Oft findet man aber die Ursache: So können etwa Herzinfarkte, Herzmuskelentzündungen oder auch verschiedene Gifte, wie beispielsweise Alkohol oder manche Medikamente dazu führen, dass der Herzmuskel schwächer wird.

Ziel einer modernen Behandlungsstrategie bei der Herzinsuffizienz ist nicht die Steigerung der Lebenserwartung alleine, sondern vor allem die der Lebensqualität. Und da gilt das Prinzip: Rechtzeitig handeln. Denn wer rechtzeitig mit den richtigen Medikamenten behandelt wird und seinen Lebensstil entsprechend anpasst, wird die Herzfunktion soweit erhalten können, dass ein halbwegs normales Leben ohne größere Beschwerden möglich ist. Auch Krankenhausaufenthalte können dadurch verhindert oder verkürzt werden.

Bestimmte Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer, Betablocker und Angiotensin-II Rezeptorblocker) helfen bei leichteren Fällen der Herzinsuffizienz. Auch Entwässerungsmittel werden in vielen Fällen mit gutem Erfolg eingesetzt. Doch diese Erfolge sind oft dann in Gefahr, wenn andere Erkrankungen, Stressfaktoren oder Operationen hinzutreten. Dann kann es in kurzer Zeit zu massiven Verschlechterungen kommen und die Patienten benötigen in diesen Fällen oft ärztliche Hilfe im Krankenhaus.

Die dort verwendeten Medikamente werden in der Regel über die Vene gegeben. In den letzten Jahren wurde ein neuer Therapieansatz getestet und schließlich mit großem Erfolg eingesetzt. Während früher eher mit Substanzen gearbeitet wurde, die das Herz antreiben und dadurch auch schädigen können, ist man nun auf eine andere Strategie übergegangen. Man bietet dem Herzmuskel die Chance, die vorhandenen Möglichkeiten besser zu nützen.

Der neue Wirkstoff nützt die vorhandene Energie des Herzmuskels besser und lässt ihn effizienter arbeiten. Er wird als Infusion über die Vene über 24 Stunden verabreicht und führt zu einer Verbesserung der Leistung des geschwächten Herzens. Gerade bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, die auf eine Herztransplantation warten oder bei denen eine Operation nicht möglich ist, bedeutet dies eine neue Therapiemöglichkeit, damit es dem Patienten besser geht.

Bericht:

OA Dr. Christian Woisetschläger
Facharzt für Innere Medizin
Univ.-Klinik für Notfallmedizin
Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien
Ordination:
Piaristengasse 35/9, 1080 Wien
Tel: 01 9559899

Die derzeitige Krise aufgrund von Covid-19 ist vor allem für Herzpatienten eine große Herausforderung, da diese Patienten zur Hochrisikogruppe zählen.

Aktuell ist es auch nicht möglich an den Aktivitäten der Herzsportgruppe teilzunehmen und somit aktuelle Fragen zu stellen.

Daher bieten Präsident Roland Weißsteiner und ich MedR. Dr. Gerald Bode in dieser Krisenzeit auf aktuelle Fragen über E-Mail zu antworten.

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