Mit der Krankheit leben lernen

Aufklärung, Unterstützung und ein soziales Umfeld – das bietet der Österreichische Herzverband seinen Mitgliedern. Die Zielgruppe: Risiko- und Herzpatienten sowie deren Angehörige.

Bluthochdruck, Nikotinsucht, Bewegungsmangel, Übergewicht – all diese Faktoren begünstigen einen Herzinfarkt. Die Mitglieder des Österreichischen Herzverbandes kennen die Risiken ganz genau, haben sie doch fast alle entweder selbst einen Herzinfarkt erlitten oder sind als Angehörige betroffen. Es ist ihnen ein Herzensanliegen, Risiko- und Herzpatienten, auf die Risikofaktoren aufmerksam zu machen und sie dadurch zu einer gesünderen Lebensweise zu motivieren.

„Aber wir sind auch im Einsatz, bereits Erkrankten zu helfen, mit der Krankheit leben zu lernen“, so Helmut Schulter, Bundesgeschäftsführer des Österreichischen Herzverbandes. Schulter, der selbst Betroffener ist, einen Herzinfarkt, eine Bypassoperation sowie einen Schlaganfall überlebt hat, weiß wovon er spricht: „Die meisten Patienten sind nach einem Herzinfarkt auch psychisch total niedergeschlagen. Depressiv, weil sie befürchten, ihr Leben könnte jetzt nicht mehr lebenswert sein und ständig in Angst, einen zweiten Infarkt zu erleiden.“
Gründe genug, um aktiv tätig zu werden und seine persönlichen Erfahrungen weiter zu geben.
„Unsere Mitglieder erhalten Rat und Unterstützung von der Gemeinschaft“, so Helmut Schulter weiter.

Medizinische Beratung

Ein ärztlicher Beirat von anerkannten Experten der Kardiologie steht dem Herzverband mit Rat und Tat zur Seite. Im Rahmen von Gruppengesprächen werden medizinische Probleme behandelt, es herrscht reger Kontakt zwischen Medizinern und Patienten.

Die Gemeinschaft ist wichtig.
Vor allem das persönliche Gespräch ist für Herzpatienten eine große Hilfe. Was muss ich von meinem Speiseplan streichen? Wie höre ich mit dem Rauchen auf? Wie motiviere ich mich zu mehr Bewegung an der frischen Luft? Was hilft, um Stress abzubauen? Schadet bereits ein Glas Wein oder darf ich das guten Gewissens genießen? Fragen, über Fragen, die emotional Betroffene oft besser beantworten können, als sachliche Mediziner.

Auch körperliche Aktivitäten, wie Turnen, Wandern, Radfahren und Langlaufen, finden in der Gemeinschaft der Ortsgruppen des österreichischen Herzverbandes statt und treffen auf großen Anklang. „Unsere gemeinsamen Aktivitäten machen unseren Mitgliedern viel Spaß und ersetzen immer mehr das gesellschaftliche Leben, dass der Herzinfarktpatient vor dem Ereignis gewohnt war“, sagt Schulter begeistert. „Das bewusst gesunde Leben beginnt vielen Freude zu machen.“

Konkrete Hilfe

Prävention und integrative ambulante Rehabilitation: Vor allem im Bereich von Bewegungstherapie und bewegungsorientierter Herz-Kreislauf-Prävention werden entsprechend dem aktuellen Stand der Medizin Programme wie Koronarturnen, Wandern oder Schwimmen durchgeführt.

Information: Besonders breitenwirksam sind die Informationsveranstaltungen des Österreichischen Herzverbandes. Die Herztage bringen Vorträge von Spezialisten, bilden eine Gesprächsplattform mit Ärzten und Therapeuten und bieten präventive Untersuchungen (Messungen Bluthochdruck und Blutzucker sowie
Cholesterinwerte). Ernährungswissenschafter beraten bei Ernährungsproblemen.

Kommunikation: Die Herz-Journale, die in allen Bundesländern erscheinen, sind Informationsquellen zu den Themen Kardiologie, Herzchirurgie, Pharmakologie, gesunde Ernährung, Erste Hilfe, Psychologie und psychosomatische Therapie. Dort werden auch alle Veranstaltungen und Aktivitäten des Herzverbandes angekündigt

Erste Hilfe Kurse: Ausbildung von Angehörigen zu Ersthelfern in Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand.

Sie müssen aber nicht erst krank werden, helfen Sie mit Herzerkrankungen vorzubeugen
und werden Sie Mitglied beim Österreichischen Herzverband !

Mitgliedsbeitrag: 23,- Euro/Jahr.
Auskunft: Es gibt 71 Herzgruppen in ganz Österreich.
Helmut Schulter gibt Auskunft, welche Ortsgruppe die nächste zu Ihrem Wohnort ist:
Telefon: 0316/694517

Die derzeitige Krise aufgrund von Covid-19 ist vor allem für Herzpatienten eine große Herausforderung, da diese Patienten zur Hochrisikogruppe zählen.

Aktuell ist es auch nicht möglich an den Aktivitäten der Herzsportgruppe teilzunehmen und somit aktuelle Fragen zu stellen.

Daher bieten Präsident Roland Weißsteiner und ich MedR. Dr. Gerald Bode in dieser Krisenzeit auf aktuelle Fragen über E-Mail zu antworten.

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