Herzinfarkt: Keine Männersache!

Waren früher nur Frauen nach der Menopause gefährdet, erleiden heute immer mehr Frauen zwischen 25 und 54 einen Herzinfarkt.

Der akute Herzinfarkt ist zwar bei Männern insgesamt häufiger und tritt oft in jüngeren Jahren auf als bei Frauen, dennoch: Frauen, die einen Herzinfarkt erleiden, haben weitaus geringere Chancen, ihn zu überleben. Oft sterben sie noch vor oder kurz nach Erreichen des Krankenhauses.

Der Grund:
„Ärzte und Betroffene unterschätzen noch immer das Herzinfarkt-Risiko für Frauen. Zudem ist der Infarkt bei Frauen schwerer zu erkennen“, so Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder vom Institut für Sozialmedizin beim „State of the Art: Sekundärprävention nach akutem Herzinfarkt“  im Wiener Siemens Forum. Denn: Zusätzlich zu den typischen Schmerzen in der linken Brust haben Frauen häufiger als Männer uncharakteristische Beschwerden. Ihnen wird übel, sie müssen erbrechen, haben Atemnot und ziehende Schmerzen zwischen den Schulterblätter oder auch im Unterkiefer. Daher denken die Betroffenen eher an eine Erkrankung des Magens, des Darms, der Wirbelsäule oder gar der Zähne – und im Traum nicht an einen Infarkt.

Die Risikofaktoren:
Rauchen, hoher Blutzucker und Bluthochdruck sind besondere Risikofaktoren für einen Herzinfarkt. Bei Frauen und Männern wirken sich diese Risiken allerdings unterschiedlich aus. Eine dänische Studie hat ergeben: Rauchen ist für Frauen gefährlicher als für Männer. Die Rate an Herzinfarkten liegt bei Raucherinnen deutlich höher als bei Rauchern – unabhängig von anderen Faktoren wie Blutdruck, Blutfetten, Körpergewicht und Bewegung. Raucherinnen haben ein vierfach höheres Risiko für einen Herzinfarkt als Nichtraucherinnen. Frauen, die rauchen und die Pille nehmen sogar ein zehn- bis zwanzigfach höheres.

Studien zufolge wirken sich auch die Risikofaktoren Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Bluthochdruck bei Frauen schädlicher aus als bei Männern. Häufen sich die Risikofaktoren, treten etwa Bluthochdruck und Rauchen zusammen auf, addiert sich ihre gesundheitsgefährdende Wirkung nicht nur, sondern sie potenziert sich sogar.

Zu den effektivsten der präventiven Maßnahmen gehört – neben einer Änderung des Lebenstils – eine höhere Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren. Das beweist eine Studie an 11.324 Italienern, die sogenannte GISSI-P-Studie. Denn sogar wer bereits einen Herzinfarkt hatte, kann durch die tägliche Zufuhr von mindestens 1000 mg Fischöl, das Risiko reduzieren einen weiteren Herzinfarkt zu erleiden und an plötzlichem Herztod zu sterben. Für Herzinfarktpatieninnen eine beträchtliche Gefahr.

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