Was ist Herzinsuffizienz? |
| Veröffentlicht von Roland Weißsteiner am 12.03.2010 |
Was ist Herzinsuffizienz?
Herzinsuffizienz ist eine äußerst schwere und immer häufiger auftretende Erkrankung des Herzens,
die durch die Schwächung des Herzmuskels verursacht wird. Körper und Organe werden durch die
Herzschwäche nicht mehr vollständig mit Blut versorgt, wodurch es in denselben zu einem Sauerstoff-
und Nährstoffmangel kommt.
Ein Mensch, der unter Herzinsuffizienz leidet, wird zuerst bei körperlicher Anstrengung, später auch
während des Ruhezustands, besonders in der Nacht beim Liegen darauf aufmerksam. In der Folge
entstehen neben Müdigkeit und allgemeiner Schwäche, durch den Sauerstoffmangel in den Muskeln,
auch eine Fehlfunktion der Niere. Diese hält Salz und Wasser zurück in der falschen Annahme, der
Körper habe nicht genug Blut. Dadurch sammelt sich im Körper zuviel Flüssigkeit an, was zuerst die
linke und bald auch die rechte Seite des Herzens belastet.
Bei Versagen der rechten Herzseite, erhöht sich der Druck in den Venen wodurch es zur Flüssigkeits-
ansammlung in den Beinen und an den Knöcheln, in schwereren Fällen auch im Bauchbereich, kommt.
Dadurch fühlt sich der Bauch oft gebläht an, und die Patienten leiden oft unter Appetitverlust. Auch
ein lang anhaltender Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine weitere häufige Ursache für Herzinsuffizienz.
Der Bluthochdruck führt zur Verdickung des Muskels der linken Herzkammer.
Dadurch wird die Beweglichkeit der linken Kammer vermindert und die Pumpleistung reduziert. Ohne
eine Verminderung des Blutdrucks verdickt sich der Herzmuskel immer mehr wodurch es zu einer
chronischen Minderdurchblutung und Schädigung der Innenschichten des Herzmuskels kommt.
Diesem anhaltenden Bluthochdruck kann das Herz auf Dauer nicht mehr stand halten, und es kommt
in folge zu einem zunehmenden „Herzversagen“. Durch chronischen Bluthochdruck kann zusätzlich
auch eine Schädigung der Herzkranzarterien (koronare Herzkrankheit) entstehen, und so das
Herzinfarktrisiko vermehrt auftreten.
Entstehung von Herzinsuffizienz:
Herzinsuffizienz entsteht durch Beschädigung des Herzmuskels.
Die häufigsten Ursachen dafür sind:
* Koronare Herzkrankheit (Atherosklerose der Herzkranzarterien > „Arterienverkalkung“)
* Abnormer Bluthochdruck (Hypertonie)
Risikofaktoren, die zu koronarer Herzkrankheit führen, erhöhen auch die Gefahr zur Entstehung
einer Herzinsuffizienz.
Zu den stärksten Risikofaktoren gehören:
* Hoher Cholesterinwert (Hyperlipidämie)
* Bluthochdruck (Hypertonie)
* Diabetes
* Übergewicht
* Rauchen
Weitere mögliche Ursachen für Herzinsuffizienz sind:
* Kardiomyopathien (Erkrankungen des Herzmuskels, beispielsweise bedingt durch eine
Viruserkrankung)
* Erkrankungen der Herzklappen (Klappen schließen nicht richtig oder sind zu eng)
* Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), d.h. der Herzrhythmus ist entweder zu schnell, zu
langsam oder zu unregelmäßig * Angeborene Herzfehler – solche können schon bei jungen
Patienten zur Herzinsuffizienz führen.
Der geschädigte Herzmuskel ist nun zu schwach, um die zur Versorgung des Körpers erforderliche
Blutmenge zu befördern. Das Herz ergreift Gegenmaßnamen, die zunächst sinnvoll sind. Die Herz-
frequenz steigt und der Herzmuskel vergrößert sich, um mehr Blut aufnehmen und dieses mit mehr
Druck ausstoßen zu können. Aber ab einer bestimmten Größenzunahme wird der Herzmuskel nicht
mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, die Architektur des Herzens verändert sich - kurz das Herz
arbeitet insuffizient.
Symptome für Herzinsuffizienz:
Selten erkannt wird eine leichte Herzinsuffizienz, da die Patienten nur geringe Beschwerden und
Symptome bzw. Einschränkung der Herzfunktion aufweisen. Sobald aber die Diagnose für Herzin-
suffizienz feststeht, muss die Erkrankung unbedingt von einem Arzt behandelt und überwacht werden,
auch wenn die Beschwerden und Symptome nur gering sind.
Nur auf diese Weise kann das Fortschreiten der Herzinsuffizienz verlangsamt oder verhindert werden.
Allgemeine Symptome der Herzinsuffizienz sind starke Müdigkeit, Brustschmerzen, Schwindel und
Benommenheit, Kurzatmigkeit, Schwellungen in den Knöcheln, Beinen und Füßen. Derartige Symptome
bedeuten nicht automatisch eine Herzinsuffizienz, trotzdem sollte ein Arzt konsultiert werden um
die Ursache herauszufinden.
Starke Müdigkeit
Ursache ist die Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff wodurch es zu Energiemangel und Müdigkeit
sogar im Ruhezustand oder nach minimaler Anstrengung kommt. Denn die Muskeln und andere Gewebe
des Körpers erhalten durch die verminderte Pumpleistung des Herzens sowohl weniger Sauerstoff als
auch weniger Nährstoffe aus dem Blutkreislauf.
Brustschmerzen
Schmerzen in der Brust (dies wird Angina pectoris genannt) können auftreten, wenn das Herz nicht
genügend Blut und Sauerstoff erhält und sich das Herz dadurch mehr anstrengen muss.
Kurzatmigkeit
Diese ensteht, wenn sich in der Lunge Flüssigkeit ansammelt und die Lungenfunktion behindert.
Eine „Lungenstauung“ entsteht, durch Reduktion der Pumpleistung der linken Herzkammer.
In schweren Fällen kann dies zum lebensbedrohlichen Lungenödem führen. Kurzatmigkeit kann
sowohl während körperlicher Aktivitäten als auch im Ruhezustand und sogar im Schlaf auftreten.
Auch Husten kann möglich sein. Rasselgeräusche sind beim Atmen zu hören.
Schwindel und Benommenheit, Gedächtnisstörungen
Dies wird durch Minderversorgung des Gehirns mit Blut verursacht.
Schwellungen der Beine und Füße
Weil das Herz auch die Nieren nicht gut versorgen kann, bleibt viel Wasser im Körper, statt
ausgeschieden zu werden. Es sammelt sich dann in Beinen und Knöcheln an.
Weitere mögliche Symptome für Herzinsuffizienz:
* Gewichtszunahme (durch zusätzliche Flüssigkeitseinlagerungen im Körper)
* Müdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen (infolge des Sauerstoffmangels
im Gehirn)
* Herzstolpern, hohe Herzfrequenz
* Gewichtsverlust (meist erst bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz aufgrund von Appetit-
losigkeit, gestörtem Stoffwechsel bei chronischer Leberstauung und anderen Mechanismen)
* Niedriger Blutdruck (in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit)
Viele Patienten leiden zusätzlich an Depressionen, da sie durch die dramatischen körperlichen
Einschränkungen Ihren Lebensalltag nicht mehr bewältigen können.
Akut dekompensierte Herzinsuffizienz:
Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung erschweren sich die Symptome, es kommt zu
akuter Dekompensation der Herzinsuffizienz, das heißt das Herz kann in keinster Weise mehr
gegensteuern und es kommt zu akuter Atemnot. Diese Situation ist absolut lebensgefährlich und
ein Krankenhausaufenthalt ist unumgänglich. Je öfter ein Krankenhaussaufenthalt wegen akuter
Dekompensation notwendig ist, umso schlechter ist die Lebensqualität und die Lebenserwartung
sinkt dramatisch. Deshalb ist eine frühzeitige Therapie und Einhaltung der verordneten Behandlung
so wichtig.
Diagnose der Herzinsuffizienz:
Im Allgemeinen werden zuerst Energie, Atmung, Puls und Blutdruck gemessen. Weiters werden Lunge,
Beine und andere Körperteile auf Flüssigkeitsansammlungen untersucht und die Herzklappen auf
ungewöhnliche Geräusche abgehört. Bei einer vermuteten Herzinsuffizienz muss die Diagnose durch
zusätzliche Tests bestätigt werden.
Das sind:
* Echokardiogramm: Durch die Ultraschalluntersuchung des Herzens erhält man eine bildliche
Darstellung der Pumpleistung und der Funktion der Herzklappen. Sie ist daher ein obligatorischer
Test zur Bestätigung der Herzinsuffizienz.
* EKG: Ist die Messung der elektrischen Impulse des Herzens.Es kann manchmal, aber nicht immer,
sogar erste Hinweise auf eine Herzmuskelschädigung geben. Ein EKG allein reicht zur eindeutigen
Diagnose einer Herzinsuffizienz aber nicht aus.
* Röntgenuntersuchung: Manche Patienten die unter Herzinsuffizienz leiden, haben ein vergrößertes
Herz was man im Röntgenbild erkennen kann. Ebenfalls erkennt man eine durch Herzinsuffizienz
verursachte Lungenstauung. Aber auch die Röntgenuntersuchung des Herzens und des Brustraums
reicht nicht aus, um eine Herzinsuffizienz zu diagnostizieren!
* Blutuntersuchungen: Bestimmte Blutuntersuchungen (BNP-Werte = B-type natriuretic peptide) eignen
sich dafür, das aktuelle Herzrisiko zu erkennen. Ausserdem lassen sich bestimmte Risikofaktoren
feststellen, die eine Herzinsuffizienz begünstigen oder sogar deren Ursache sind (z.B. hohes
Cholesterin, Diabetes mellitus). Zusätzlich lässt sich durch die Blutuntersuchung das Ausmaß der
Beeinträchtigung anderer Organe durch die Herzinsuffizienz feststellen.
Ist Herzinsuffizienz tödlich?
Ja, leider kann Herzinsuffizienz tödlich sein.
Aber durch geeignete Medikamente, in bestimmten Fällen auch durch spezielle Schrittmacher oder durch
chirurgische Eingriffe kann die Lebensqualität und die Lebensdauer vieler Patienten verbessert werden.
Zusätzlich ist die Anpassung des Lebensstils nach erwiesener Herzinsuffizienz für einen Erfolg der
Therapie von enormer Wichtigkeit!
Häufigkeit der Erkrankung:
Herzinsuffizienz ist eine relativ häufig auftretende chronische Störung und die Anzahl der Betroffenen
steigt durch das zunehmende Alter der Bevölkerung.
Allein in Europa gibt es ca 14 Millionen Herzinsuffizienzpatienten. Diese Zahl wird sich bis zum Jahr 2020
voraussichtlich auf 30 Millionen erhöhen.
Behandlung:
Für die Therapie von Herzinsuffizienz gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:
Beseitigung der Ursache sofern möglich, weiters mit Medikamenten, durch Umstellung des Lebensstils,
in bestimmten Fällen mit speziellen Schrittmachern oder speziellen chirurgischen Eingriffen bis zur
Herztransplantation. In jedem Fall ist eine adäquate Therapie nach letztem Wissensstand von
essentieller Bedeutung. Nur so kann das Fortschreiten der Erkrankung gehemmt und die Anzahl der
Krankenhauseinweisungen vermindert werden. Entsprechende Behandlung verbessert die Lebensqualität
und verlängert das Leben.
Medikamente zur Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz , die man als Tabletten
einnimmt:
* ACE-Hemmer (Hemmung des Angiotensin-konvertierenden Enzyms,ACE): Sie erweitern die
Arterien, senken den Blutdruck und verbessern die Herzmuskelfunktion. Dadurch verbessern sich
die Überlebenschancen und die Anzahl der Krankenhauseinweisungen lässt sich verringern.
* AT1-Blocker (Angiotensinrezeptorblocker) haben einen ähnlichen Wirkmechanismus wie ACE-
Hemmer und werden alternativ bei deren Unverträglichkeit eingesetzt. Sie erhöhen ebenfalls die
Überlebenschancen und verringern die Krankenhauseinweisungen.
* Betablocker führen zu einer verlangsamten Herzfrequenz und verbesserten Herzmuskelfunktion.
Das Herz wird entlastet. Auch sie verlängern die Lebenserwartung und verringern den Bedarf an
stationärer Betreuung.
* Aldosteronblocker reduzieren die Bildung fibrösen Gewebes und kontrollieren den Herzrhythmus.
Auch sie verlängern die Lebenserwartung und verringern den Bedarf an stationärer Betreuung.
* Diuretika (harntreibende Mittel) verhindern die Entstehung von Flüssigkeitsansammlungen in
der Lunge und ermöglichen ein leichteres Atmen. Sie verhindern oder lindern auch das
Anschwellen von Beinen und Knöcheln. Diuretika sind bei akuter Lungenstauung (Lungenödem)
lebensnotwendig.
* Digitalis wird noch manchmal bei zu hoher Herzfrequenz und besonders bei Vorhofflimmern
verabreicht.
Medikamente zur Behandlung der akut dekompensierten Herzinsuffizienz, die im Spital
intravenös (über eine Vene) verabreicht werden:
* Intravenöse Diuretika (Harntreibende Mittel) zur akuten Entwässerung und Entlastung des
Herzens
* Vasodilatatoren (Nitroglycerin) zur Gefäßerweiterung damit der Druck in den Gefäßen und auf
das Herz sinkt und es besser mit Sauerstoff versorgt werden kann.
* Inotropika (Katecholamine, Phosphodiesterasehemmer), die die Pumpkraft des Herzmuskels
kurzfristig stärken. Der Nachteil ist eine Erhöhung des Sauerstoffverbrauchs, was letztenendes
dem Herzen nicht gut tut
* Kalziumsensitizer, eine neuartige Substanzklasse, zur Stärkung der Pumpkraft des Herzmuskels
ohne den Sauerstoffverbrauch zu erhöhen.
Für Ärzte gibt es speziell detaillierte Leitlinien mit Auflistungen, welche Arzneimittel sich für welche
Art von Herzinsuffizienz am besten eignen.
Schrittmacher-Therapie
Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist eine neue Form von Herzschrittmacher, bei dem
sowohl die linke als auch die rechte Herzkammer stimuliert werden. So kann für Patienten mit
Herzinsuffizienz und Linksschenkelblock eine bessere Koordinierung des Kontraktionsablaufs des
Herzens und eine erhöhte Pumpleistung ermöglicht werden. Gewöhnliche Schrittmacher stimulieren
nur die rechte Seite des Herzens, was sich lediglich auf die Herzfrequenz auswirkt. Die Schrittmacher
sind meistens mit einem internen Defibrillator kombiniert, der einen Schutz der Patienten vor den
lebensbedrohlichen schnellen Rhythmusstörungen, wie sie bei Herzinsuffizienz häufiger auftreten, bietet.
Die kürzlich durchgeführte COMPANION-Studie zeigte, dass der Einsatz der CRT bei Patienten mit
fortgeschrittener Herzinsuffizienz und unter optimierter medikamentöser Therapie das Sterblichkeits-
risiko und die Anzahl der Krankenhauseinweisungen senkt.
Ein chirurgischer Eingriff
Der letzte Ausweg bei schwerer Herzinsuffizienz ist die Herztransplantation. Bei sorgfältig
ausgewählten Patienten konnte dadurch sogar eindeutig besser als durch die konventionelle Behandlung
ihre Überlebenszeit verlängert und die Toleranz körperlicher Anstrengung erhöht werden. Auch die
Möglichkeit auf eine Rückkehr zum Arbeitsplatz konnte verbessert und die Lebensqualität gesteigert
werden. Andere chirurgische Maßnahmen, wie Klappenersatz oder Kunstherz, sind ebenfalls Optionen.
Gesunder Lebensstil
Eine gesunde Lebensführung ist die Basis um die Herzfunktion aufrecht zu erhalten und die Auswirkungen
der Herzinsuffizienz zu minimieren.
Zu einem gesunden Lebensstil zählen vor allem:
* kein Nikotin
* wenig Stress
* geringer Alkoholkonsum
* ein „gesundes“ Gewicht
* gesunde, ausgewogene Ernährung
* körperliche Aktivität/Sport
Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz müssen vermehrt auf salzarme Ernährung achten, da
durch zuviel Salz die Flüssigkeitseinlagerungen begünstigt und dadurch die Entstehung von Ödemen
gefördert wird.
Sehr hilfreich ist das Führen eines sog. Patienten-Tagebuches.
Darin sollen täglich
* Körpergewicht
* Blutdruck
* Herzfrequenz (= Puls)
eingetragen werden. Anhand dieser Aufzeichnungen kann der Arzt die Therapie optimieren. Sofern
das Körpergewicht innerhalb von 1 bis 2 Tagen um mehr als 2 kg ansteigt und zudem Atemnot
verspürt wird oder eine Schwellung der Beine oder Brustschmerz auftritt, sollte unmittelbar der
Arzt kontaktiert werden. Durch eine frühzeitige Intensivierung der Therapie ist es in vielen Fällen
möglich einen neuerlichen Krankenhausaufenthalt zu verhindern.
Wesentlich:
Frühzeitige Behandlung und Einhaltung der verordneten Therapie hilft!! Die Lebensqualität wird
erhöht und das Leben verlängert. Bitte nicht warten!!
Vorbeugung:
Um Herzinsuffizienz vorzubeugen müssen bereits ihre 2 häufigsten Ursachen, die koronare
Herzkrankheit und der Bluthochdruck schnellstmöglich und wirksam mit den dafür geeigneten
Medikamenten behandelt werden. Auch eine Umstellung des Lebensstils ist unumgänglich.
Empfehlungen:
Man sollte auf ausgewogene Ernährung sowie ein gesundes Gewicht achten. Übergewicht
ist ein Risikofaktor für Herzinsuffzienz, Bluthochdruck, Schlaganfall, koronare Herzkrankheit
und Diabetes. Ausserdem wird das Herz zusätzlich belastet da es zu einer erschwerten
Abdeckung des Körpergewebes mit Sauerstoff kommt.
Schluss mit Nikotin!
Rauchen ist ein großer Risikofaktor für koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz.
Zigarettenrauch enthält Kohlenmonoxid, welches den Sauerstofftransport im Körper erschwert.
Senkung des Cholesterinspiegels
Das Risiko an koronarer Herzerkrankung zu erkranken, kann durch eine gesunde Ernährung mit
viel Obst und Gemüse und wenig gesättigten Fettsäuren eindeutig gesenkt werden.
Verringerung des Alkoholkonsum
Langer übermäßiger Alkoholkonsum kann die Kontraktionsfähigkeit des Herzens deutlich herabsetzen.
Sport (durch einen Arzt auf den Patienten abgestimmt)
Mäßiges aerobes Training ist ein Kernbestandteil jedes Ausdauertrainings, das die Lebensqualität
von Patienten mit Herzinsuffizienz verbessert. Gehen, „Walken“ und Radfahren stärkt die Muskulatur,
das Herz sowie das gesamte Kreislaufsystem. Die gängige Meinung, dass Patienten mit Herzinsuffizienz
sich ständig schonen sollen ist falsch! Im Gegenteil, sie sollen unbedingt körperlich aktiv bleiben. Nach
Absprache mit seinem Arzt erfährt der Patient welche körperlichen Aktivitäten für ihn geeignet sind
und mit welcher Intensität er diese betreiben darf.
FAQ:
Mein Arzt hat bei mir Herzinsuffizienz diagnostiziert. Muss ich jetzt jede Art körperlicher Anstrengung
meiden? Auf keinen Fall! Sie sollten versuchen, körperlich so aktiv wie möglich zu bleiben, natürlich nur
laut der vom Arzt vorgegebenen Anweisungen. Besonders gesund für Ihr Herz sind Sportarten, die mäßig
und rhythmisch (aerob) sind, wie z.B. rasches Gehen (Walken), Radfahren oder auch Schwimmen, sofern
hier bestimmte Regeln beachtet werden, die Sie von Ihrem Arzt erfahren.
Müde und kurzatmig – was kann ich dagegen tun?
Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwellungen der Knöchel müssen nicht automatisch eine Herzinsuffizienz
bedeuten. Dennoch sollten Sie möglichst bald einen Arzt konsultieren. Sollte er bei Ihnen eine
Herzinsuffizienz diagnostizieren, muss dringend mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden.
Ist Herzinsuffizienz eine normale Folge des Älterwerdens?
Viele der Patienten mit Herzinsuffizienz sind älter, trotzdem zählt sie nicht zu den normalen
Alterserscheinungen. Herzinsuffizienz ist eine schwere chronische Herz-Kreislauf-Erkrankung, deren
Folgen durch eine geeignete Behandlung mit modernen Arzneimitteln erheblich vermindert werden können.
Wie wird sich meine Krankheit entwickeln?
Dies hängt von sehr vielen verschiedenen Faktoren ab. Herzinsuffizienz ist eine sehr ernste Erkrankung.
Statistiken zeigen, dass Patienten mit Herzmuskelschwäche eine zum Teil deutlich geringere Lebenserwartung
haben als gleichaltrige Gesunde. Ihre Chancen sind umso besser, je früher Sie behandelt werden. Moderne
Therapien können Ihnen helfen, sich besser zu fühlen und länger zu leben. Daher sollten Sie
* Ihre Medikamente regelmäßig einnehmen, auch wenn Sie nicht gleich eine Besserung spüren
* Gesünder als bisher leben
* Ihren Gesundheitszustand beobachten
Wenn Sie dies beachten und auf das hören, was Ihr Arzt, das Pflegepersonal und andere Therapeuten
Ihnen raten, können Sie länger und aktiver leben.
Wo finde ich weitere Informationen zum Thema Herzinsuffizienz?
http://www.patientenleitlinien.de/Herzinsuffizienz/herzinsuffizienz.html
http://www.herzvital.at/
Zuletzt geändert am: 12.03.2010 um 14:53
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