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Risiko von Schlaganfällen-Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Veröffentlicht von Roland Weißsteiner am 28.02.2011

 

Risiko von Schlaganfällen

Rund fünf bis sechs Gramm Salz benötigt der Mensch täglich. Tatsächlich aber nimmt der

durchschnittliche Österreicher zwischen acht und zwölf Gramm zu sich. Dieser Überschuss

führt bei vielen zu Bluthochdruck - der in weiterer Folge das Risiko für Schlaganfälle

beziehungsweise generell Herz- Kreislauf-Erkrankungen erhöht, sagte Marlies Gruber vom

Verein „forum. ernährung heute“ gegenüber ORF.at.

Das meiste Salz nimmt man über Lebensmittel zu sich, bei denen man das gar nicht vermuten

würde. „Rund ein Viertel der täglichen Zufuhr stammt von Brot und Gebäck“, so Gruber, weitere

20 Prozent von Wurst- und Fleischwaren. Aber auch Fertiggerichte und Käse haben einen sehr

hohen Salzgehalt. Die größten Salzlieferanten seien Produkte, die schon verarbeitet seien. Daher

sei der Salzanteil dem Konsument nicht bewusst. „Salz ist ein wesentlicher Konservierungsstoff

und natürlich Geschmacksträger“, erklärte Gruber den hohen Salzkonsum.

Das ist jedoch gefährlich. Salz ist zwar lebensnotwendig, zu viel Salz jedoch kann ein

Gesundheitsrisiko sein. Laut der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie hat jeder vierte

Österreicher einen zu hohen Blutdruck, im Alter sogar jeder zweite. Zu hoher Salzkonsum führt zu

einem Anstieg des Blutdrucks - und gerade bei Hypertonikern wird eine Reduktion des Salzkonsums

von Medizinern dringend empfohlen.

15 Prozent weniger Salz im Brot.

Der Salzkonsum soll deshalb in Zukunft stark eingeschränkt werden: Mehr als 300 Bäckerbetriebe

in ganz Österreich haben sich im Rahmen einer Aktion mit dem Gesundheitsministerium und der

Wirtschaftskammer dazu verpflichtet, den Salzgehalt in ihren Backwaren um 15 Prozent zu

reduzieren, sagte der Pressesprecher des Ministeriums, Fabian Fußeis, gegenüber ORF.at. Diese

Reduktion soll freilich nicht auf einmal geschehen: Bis zum Jahr 2015 soll der Salzgehalt schrittweise

gesenkt werden-so dass die Konsumenten den Unterschied nicht merken.

Zwei Jahre lang sei mit den Bäckern um eine derartige Vereinbarung gerungen worden. Diese
hätten
Wettbewerbsnachteile befürchtet, so Fußeis. Die Bäcker hätten ihre anfängliche Skepsis jedoch

abgebaut und erkannt, dass es sich um eine „sinnvolle volksgesundheitliche Maßnahme“ handelt.

Debatte auch auf EU-Ebene

Auch auf EU-Ebene gibt es das Bestreben, den Salzkonsum einzudämmen. Zwar gebe es dort

keine gesetzliche Richtlinie, wie Fußeis sagte, aber Initiativen, die sich für Selbstverpflichtung

von Lebensmittelkonzernen einsetzen. Erstmals wurde Salzreduktion in Lebensmitteln auch als

Empfehlung in das Weißbuch Ernährung aufgenommen. „Man versucht, das Thema zum Thema

zu machen“, so Fußeis.
Im Nachbarland Schweiz haben sich einem Projekt zur Salzreduktion sechs Lebensmittelkonzerne

angeschlossen, darunter Branchenriese Knorr. Schrittweise soll das verwendete Natrium (neben

Chlorid der Hauptbestandteil von Salz) in Knorr-Suppen und -Saucen um insgesamt sieben

Prozent reduziert werden, berichtete die Schweizer Tageszeitung „20minuten“.

Kräuter statt Salz in der Knorr-Suppe

Der Kunde soll auch hier nichts davon merken. Denn nur wenn die Geschmacksveränderung nicht

bemerkt werde, akzeptierten Kunden die salzreduzierten Gerichte, heißt es von der Knorr-Mutter

Unilever. Ersetzt werden soll das fehlende Salz durch Kräuter und Gewürze.

Auch in den USA beginnt die Lebensmittelindustrie offenbar umzudenken: 22 Hersteller haben sich

dazu verpflichtet, weniger Salz in ihren Produkten zu verwenden. Ausgehend von einer Initiative der

Stadt New York und mehreren Gesundheitsorganisationen erklärten sie sich bereit, den Salzgehalt

in ihren Lebensmitteln in den nächsten fünf Jahren um insgesamt 25 Prozent zu reduzieren, wie die

„Los Angeles Times“ berichtete. Davon erhofft man sich große Erfolge. Denn würde man die

Salzzufuhr aller US-Bürger um 20 Prozent senken, könnte das laut der US-Zeitung jährlich

Tausende Todesfälle verhindern.

„Irreführende“ Angaben

Häufig könnten Verbraucher den Salzgehalt von Lebensmitteln durch die Angaben auf der

Verpackung gar nicht erkennen, kritisiert die deutsche Ernährungs-NGO Foodwatch. „Die

Nährwertangaben der Industrie führen in die Irre.“ Die Organisation hat deshalb selbst eine

Ernährungsampel entwickelt, die auch den Salzgehalt der Produkte anzeigt. „Die

Ampelkennzeichnung zeigt auf einen Blick, ob ein Produkt versalzen ist“, sagte Foodwatch

-Sprecher Martin Rücker.

Petra Fleck, ORF.at

Zuletzt geändert am: 28.02.2011 um 20:29


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