Richtig essen und trinken – Ihrem Herzen zuliebe! |
| Veröffentlicht von Roland Weißsteiner am 02.02.2010 |
Richtig essen und trinken – Ihrem Herzen zuliebe!
SIE HABEN IHRE GESUNDHEIT SELBST IN DER HAND. DURCH DIE RICHTIGE ERNÄHRUNG KÖNNEN
SIE ERNÄHRUNGSABHÄNGIGE ERKRANKUNGEN VERMEIDEN ODER DEREN VERLAUF GÜNSTIG BEEINFLUSSEN.
Es lohnt sich, Ihre Essgewohnheiten genau unter die Lupe zu nehmen, um
• Übergewicht
• erhöhte Blutfette (Cholesterin, Triglyceride)
• erhöhten Blutdruck
• erhöhten Harnsäurespiegel und
• erhöhten Blutzucker
und die dadurch hervorgerufenen Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems zu verhindern.
WAS BEDEUTET „RICHTIGE ERNÄHRUNG”?
Sich richtig (= gesund) zu ernähren bedeutet, sich bewusst zu ernähren, sich wohl zu fühlen,
leistungsfähig zu sein. Um dies zu gewährleisten, muss der Körper mit allen Nährstoffen,
die er braucht, versorgt werden. Dazu zählen Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett sowie Vitamine
und Spurenelemente. Es gibt kein Lebensmittel, in dem alle diese Nährstoffe in der benötigten
Menge enthalten sind.
Daher: Essen Sie abwechslungsreich!
Mehr vom vollen Korn
Getreide und Getreideprodukte wie Brot, Gebäck, Reis, Teigwaren, Hirse usw. sind die
Hauptenergielieferanten für unseren Körper und sollten daher bei keiner Hauptmahlzeit fehlen.
Vollkornprodukte sind dabei besonders günstig, weil sie wichtige Ballaststoffe beinhalten,
die verdauungsfördernd wirken und länger satt machen.
Fett: Weniger ist mehr!
In geringer Menge sind Fette lebensnotwendige Lieferanten von Fettsäuren, die der Körper
nicht selbst herstellen kann. Fett ist aber noch viel mehr – nämlich wertvoller Geschmacksträger
– und deshalb unverzichtbar. Probieren Sie für den Salat unter schiedliche hochwertige Öle aus
– wie Olivenöl, Kürbiskernöl, Distelöl, Leinöl...
Dennoch sollten Sie sparsam mit Fett umgehen, da es dem Körper viele Kalorien liefert und
dadurch die Entstehung von Übergewicht begünstigt. Vorsicht ist auch bei tierischen Fetten
wie Butter, Schweineschmalz, fettreichen Milchprodukten und fetter Wurst geboten: Sie wirken
sich ungünstig auf den Blutfettspiegel aus und begünstigen die Entstehung von Herz-Kreislauf
-Erkrankungen. Fleisch, Wurst, Eier mäßig – Fisch regelmäßig Fleisch und Wurst liefern dem
Körper lebenswichtiges Eiweiß und gut verfügbares Eisen. Sie enthalten jedoch auch Fett und
Cholesterin. Deshalb sollten Fleisch und Wurst zwar regelmäßig, aber nicht täglich auf Ihrem
Speiseplan stehen. Fisch liefert ebenso hochwertiges Eiweiß, und das Fischfett ist reich
an herzschützenden Omega-3-Fettsäuren. Planen Sie 1 bis 2 Fischmahlzeiten pro Woche ein.
Obst und Gemüse
„5 am Tag” – fünfmal täglich Obst und Gemüse – das klingt viel, ist aber nicht schwer zu
erreichen, wenn Sie es bewusst in den täglichen Speiseplan einbauen:
• als Vormittagsjause oder Lückenfüller zwischen Mittag- und Abendessen
• als Abrundung am Ende des Frühstücks
• Gemüsesticks, wie Kohlrabi, Paprika, Stangensellerie, Gurken, Tomaten usw.
• Gemüsegarnitur am Mittagsteller
• gemischter Salat als Vorspeise oder Beilage zur Hauptspeise.
Obst und Gemüse der Saison enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe. Lagern Sie es nur kurz,
kühl und dunkel und bereiten Sie es unmittelbar vor dem Essen zu. Auch Tiefkühlgemüse ist sehr
günstig, da es direkt nach der Ernte schockgefroren wird und dadurch noch die meisten Vitamine
und Spurenelemente enthält.
Auch die Zubereitung der Speisen spielt eine wichtige Rolle: Sie können allein durch die Zubereitung
entscheiden, ob Sie eine Kalorienbombe oder ein „herzfreundliches” Menü servieren.
Vergleichen Sie selbst:
• Entscheiden Sie sich für ein Wienerschnitzel mit 550 kcal oder für die fettarme Variante
in Form eines Naturschnitzels mit 200 kcal?
• Gibt es als Beilage eine mittlere Portion Pommes mit 330 kcal oder eine mehr als faustgroße
Ofenkartoffel mit 120 kcal?
• Servieren Sie gebackenes Gemüse mit 400 kcal oder in wenig Öl gebratenes Gemüse mit
120 kcal?
Je sparsamer Sie mit Fett umgehen, desto mehr tun Sie für Ihre Gesundheit und gegen zusätzliche
Kalorien! Durch den Einsatz von antihaftbeschichteten Pfannen lassen sich mit geringen Mengen
Fett schmackhafte Gerichte zubereiten. Weitere günstige Möglichkeiten stellen Dünsten, Kochen,
Grillen dar, in Folie oder im Römertopf bereitete Speisen... Binden Sie Saucen nicht mit Mehl,
Stärkepulver oder Einbrenn, sondern garen Sie Wurzelgemüse und/oder mehlige Kartoffeln mit und
pürieren Sie diese anschließend. Schlagobers, Crème fraîche und Sauerrahm sehr sparsam verwenden.
Beim Salz sparen!
Machen Sie sich stattdessen die Vielfalt der in- und ausländischen Gewürze zunutze und verwenden
Sie getrocknete, tiefgekühlte oder gar selbstgeerntete Kräuter zum Würzen Ihrer Gerichte. Salz
erst am Ende hinzufügen! Garnieren Sie Ihre Speisen mit frischem Gemüse, denn: Das Auge isst mit.
Eine halbierte Tomate mit Kressesträußchen, eine Gurkenscheibe mit Radieschenrose wirken nicht
nur appetitanregend, sondern Sie versorgen Ihren Kör per auch noch zusätzlich mit wichtigen
Vitaminen und Ballaststoffen.
Süßes mit Maß und Ziel
Beachten Sie beim Genuss von Süßigkeiten folgende Genussregeln:
• Genießen Sie – lassen Sie sich Zeit!
• Süßes ist erlaubt – achten Sie jedoch auf die Menge!
• Genuss geht nicht nebenbei – Naschen Sie nicht beim Fernsehen, Zeitunglesen usw., sondern
nehmen Sie sich bewusst Zeit dafür.
Getränke – 2 Liter am Tag
Unser Körper braucht täglich etwa 2 Liter Flüssigkeit. Stillen Sie Ihren Durst am besten mit
Leitungswasser, Mineralwasser, ungesüßtem Tee oder mit verdünnten „Light“-Getränken. Diese Getränke
sind kalorienfrei bzw. -arm. Fruchtsäfte, Limonaden und Cola-Getränke hingegen sind wegen ihres hohen
Zuckergehalts zum Durstlöschen ungeeignet. Zum Vergleich:
1 Dose Cola (0,3 l) = 11 Stk. Würfelzucker = 200 kcal 1 Kanne Tee ungesüßt (1 l) = 0 Stk.
Würfelzucker = 0 kcal Der goldene Mittelweg
Essen soll Freude machen, Ihnen aber kein schlechtes Gewissen oder gar körperliches Unbehagen bereiten.
Wenn man erst einmal zu dieser Erkenntnis gekommen ist, ist der Weg zu einer
vernünftigen, bewussten Ernährung bereitet.
Bettina Kaufmann und Edith Pirker:
Diätologinnen an der Privatklinik Villach pkv.diaetbuero@privatklinik-villach.at
Zuletzt geändert am: 04.02.2010 um 09:30
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