Grazer Forscher entwickeln virtuelles Herz |
| Veröffentlicht von Roland Weißsteiner am 02.06.2011 |

Grazer Forscher entwickeln virtuelles Herz
Grazer Forscher haben ein sogenanntes virtuelles Herz entwickelt. Mit dessen
Hilfe sollen künftig Herzerkrankungen wirksamer therapiert werden können;
außerdem soll dadurch die Entwicklung von Medikamenten billiger werden.
Herzerkrankungen immer häufiger
Herzerkrankungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen, besonders oft kommt
es zu einer sogenannten Herzinsuffizienz, also zu einer verminderten Pumpfunktion.
Damit Herzerkrankungen in Zukunft wirksamer therapiert werden können, haben
Grazer Forscher nun ein sogenanntes virtuelles Herz entwickelt.
Mögliche Therapien können bereits am Computer durchgespielt werden.
Veränderungen des Herzens nachgebaut
Mittels Computersimulation werden die Prozesse und Veränderungen im Herzen
bis ins kleinste Detail nachgebaut und mit den Daten der einzelnen Patienten
gefüttert.
Auf diese Weise können mögliche Therapien am Computer durchgespielt werden
und die für den Patienten beste Therapie herausgefiltert werden, sagt Gernot
Plank vom Institut für Biophysik an der Medizinischen Uni Graz: "Das heißt,
unterm Strich sollten die Therapien kürzer werden, das heißt, es werden
Patienten ausgewählt, die von der Therapie tatsächlich profitieren und dass
die Therapie einen möglichst optimalen Nutzen erzielt."
Teure Entwicklung könnte günstiger werden
Auch die extrem teure Entwicklung von Medikamenten könnte dank der
Computersimulationen billiger gemacht werden. Im Schnitt dauert die
Entwicklung eines Medikaments 13 Jahre. Die durchschnittlichen Kosten
liegen bei 250 Millionen Euro, sagt Gernot Plank.
Zudem müsse bei jedem Medikament nachgewiesen werden, dass es sich nicht
negativ auf das Herz auswirkt: "Je früher man das im Produktentwicklungszyklus
feststellen kann, umso billiger wird die Herstellung des Medikaments.
Computermodelle können schon in sehr frühen Phasen Aussagen darüber treffen,
ob Herzseiteneffekte auftreten oder nicht."
Bis die neue Entwicklung - sozusagen - serienreif ist, wird es aber noch
einige Jahre dauern, sagt Gernot Plank.
Quelle:http://steiermark.orf.at/stories/518796/
Zuletzt geändert am: 02.06.2011 um 16:29
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